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Mit SliM gegen Kronospan -
Bürgerinitiative und Bürgermeister Wein verabreden Zusammenarbeit

Am 4. Juli 2001 gründeten 45 besorgte Bürgerinnen und Bürger aus Bischweier und Kuppenheim die Bürgerinitiative SliM. Der Name steht für "Saubere Luft im Murgtal" und kennzeichnet das Ziel des künftigen Vereins, sich für den Erhalt bzw. das Schaffen gesunder Lebensbedingungen ohne Staub, Dreck und Lärm im Murgtal einsetzen.

Vorrangig gilt es zur Zeit, den Weiterbetrieb des Spanplattenwerks in Bischweier durch die Firma Kronospan zu verhindern. Kronospan will die Produktion auf Basis einer bereits 1996 erteilten Genehmigung fortführen. Es wird die Verdreifachung der bisherigen Produktionsmenge angestrebt, verbunden mit einer Vervielfachung der Schadstoff-, Lärm- und Geruchsemissionen. Mittelfristig plant Kronospan eine weitere Expansion.

Es ist unstrittig, dass im Falle einer Verwirklichung des Projektes für die meisten Bürgerinnen und Bürger von Bischweier und seinen Nachbargemeinden neben besonderen gesundheitlichen auch ökonomische Risiken, wie zum Beispiel ein erheblicher Wertverlust der Immobilien, zu erwarten sind. Auch andere wirtschaftliche und gesellschaftliche Kriterien sprechen nicht für, sondern gegen Kronospan: Zum Beispiel bei der Schaffung von heimischen Arbeitsplätzen, der Erhöhung der Steuereinnahmen der Gemeinde sowie der Unterstützung von sozialen Einrichtungen und Vereinen würde die Ansiedlung von mittelständischen Betrieben auf der gleichen Fläche erheblich besser abschneiden als der Bau eines weitgehend automatisierten Spanplattenwerkes. Positive Auswirkungen für das Allgemeinwohl durch eine Ansiedlung von Kronospan wurden bisher öffentlich nicht benannt. Aus diesen Gründen haben sich die Bürgerinnen und Bürger von Bischweier bei einer Bürgerbefragung im März 2001 trotz einer in keiner Weise gegen Kronospan gerichteten Fragestellung eindeutig mit 60,7 % gegen das Projekt ausgesprochen.

Insbesondere Bischweier, aber auch die angrenzenden Gemeinden, stehen vor einer Entscheidung, die nachhaltig ihre weitere Entwicklung beeinflussen wird. Für Bischweier dürfte es die elementarste Entscheidung der Dorfgeschichte sein: Bleibt es eine interessante Wohngemeinde mit gesunden sozialen und ökonomischen Verhältnissen? Oder verkommt es zum "lästigen" Beiwerk eines schwer zu kontrollierenden Industriekomplexes? Es ist daher nun der Moment gekommen, an dem verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger in den betroffenen Gemeinden ihre Fähigkeiten und Kräfte in Form der SLiM bündeln, um die Ansiedlung von Kronospan und die damit verbundenen Konsequenzen zu verhindern. Die Gründung der SliM geht letztlich auch auf einen Appell von Bürgermeister Robert Wein an die betroffenen Bewohner zurück, sich persönlich und zur Unterstützung der Gemeinde zu engagieren.

SliM ist politisch neutral und richtet sich nicht gegen Personen oder Parteien. SliM steht für die sachliche Auseinandersetzung mit den gesundheitlichen Risiken einer gewaltigen Spanplattenproduktion in unmittelbarer Nähe zu reinen Wohngebieten.

In diesem Sinn fand in der vergangenen Woche ein Gespräch der SliM mit Bürgermeister Robert Wein statt, in welchem deutlich zum Ausdruck kam, dass sowohl BM Wein als auch die SliM keine Spanplattenproduktion in Bischweier wollen. Meinungsverschiedenheiten, welche in der Vergangenheit verschiedentlich in der Presse zu lesen waren, wurden konstruktiv erörtert und Missverständnisse ausgeräumt. Man wird zukünftig an einem Strang ziehen, sich gegenseitig informieren und unterstützen. SliM wird die politischen Kräfte in vollem Umfang unterstützen, die sich eindeutig gegen die Spanplattenproduktion in Bischweier aussprechen.

Die Bündelung der Kräfte ist zum Wohle der Bürger zwingend notwendig. Kronospan hat am 6. Juli 2001 eine Anzeige einer Änderung nach § 15 Abs. 1 BImSchG eingereicht. Hierdurch soll erreicht werden, dass die bisher bestehende alte Pressenstraße und die 1996 genehmigte neue Pressenstraße zu einer einzigen Anlage ohne eine weitere Genehmigung zusammengefasst werden dürfen. Kronospan hat aber gleichzeitig die Anzeige weiterer Änderungen und die Einreichung weiterer Genehmigungsanträge angekündigt. Hierdurch wird offensichtlich, dass Kronospan die Genehmigung von 1996 durch eine "Salamitaktik" auszuhöhlen versucht, das heißt, es wird beabsichtigt, durch die stückweise Einreichung von scheinbar unbedeutsamen Änderungsanzeigen ein Gesamtprojekt zu verwirklichen, das in seiner Summe betrachtet eine genehmigungspflichtige Anlage darstellt. Genehmigungsbehörde für das Projekt ist das Landratsamt Rastatt, das nun, so fordert es Kronospan, in Folge Einzelmaßnahmen akzeptieren soll, ohne das Gesamtprojekt zu kennen und seine Auswirkungen abschätzen zu können.

Die SLiM verfolgt daher zur Zeit zwei Ziele:

  • SLiM e.V.
    SLiM fordert vom Landratsamt Rastatt für das Kronospan-Projekt ein transparentes Genehmigungsverfahren mit Beteiligung der Öffentlichkeit. Nur so kann die betroffene Bevölkerung aktiv und verantwortungsbewusst an der Gestaltung der eigenen Zukunft mitarbeiten. Kronospan fordert erhebliche Abweichungen von dem Konzept, für das 1996 eine Genehmigung zur Betriebserweiterung erteilt wurde. Ebenfalls haben sich der Stand der Technik und des Wissens seitdem weiterentwickelt. Es darf nicht sein, dass eine Entscheidung von derartigem öffentlichen Interesse nur in einfachen Änderungsanzeigen manifestiert wird, so wie es Kronospan fordert.
  • SLiM bezweifelt, ob die Genehmigung von 1996 tatsächlich noch gültig ist. Eine juristische Prüfung erscheint hier angebracht.

Was können Sie tun? Zeigen Sie gemeinsam mit SliM Stärke. Jede Hilfe ist willkommen. Unterstützen Sie uns aktiv in den Arbeitskreisen der SliM oder passiv.

NEIN zu Kronospan - JA zu sauberer Luft im Murgtal!

Für die SLiM

Jörg Genz

 

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