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Gruber+Weber / Kronospan > Leserbriefe > Monika Zeller

Leserbrief von Monika Zeller, Kuppenheim
Kommunal-Echo Kuppenheim / Bischweier Nr. 27/01 (05. Juli 2001)

Kronospan ist im Rahmen der Gesetze nicht zu verhindern

...lautet eine Schlagzeile im letzten Kommunal - Echo. Wahrscheinlich stimmt diese Aussage sogar. Das deutsche Immissionsschutzrecht orientiert sich leider nicht daran, was die Menschen gesundheitlich vertragen, sondern daran, was die Industrie zu leisten vermag.

Aber: Kronospan wäre auf politischem Wege zu verhindern gewesen. Wenn man es gewollt hätte. Der Zickzack-Kurs von Herrn Bürgermeister Robert Wein und das Schweigen von Herrn Bürgermeister Werner Trauthwein tragen jedoch ganz gewiss nicht dazu bei, Kronospan zu verhindern.

Warum wehren sich die Bürgermeister und Gemeinderäte von Bischweier und Kuppenheim nicht entschlossen und nachdrücklich gegen die Ansiedlung eines gesundheitsgefährdenden Betriebes? Wissen sie wirklich nicht, was auf uns zukommt oder wollen sie es nicht wissen?

Es geht hier nicht nur um Belästigungen durch Lärm und Gestank, sondern um ganz massive Bedrohungen für die Gesundheit.

Die noch gültige Genehmigung für die Spanplattenproduktion lässt u.a. Dioxin-Emissionen bis zu 0,5 ng/cbm zu. Dioxin ist ein äußerst giftiger Stoff. Er kann u.a. Krebs auslösen, zu Missbildungen bei Neugeborenen führen, das Immun- und Nervensystem schädigen. Bereits ein Bruchteil der genehmigten Menge kann zu Gesundheitsschäden führen. Das Spanplattenwerk befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern. Die Menschen sind den giftigen Schadstoffen ungeschützt ausgeliefert. Betroffen sind in erster Linie das an das Werk angrenzende Wohngebiet in Bischweier und das Wörtel sowie die Sportanlagen mit Cuppamare in Kuppenheim. Je nach Windstärke und -richtung vergrößert sich der Radius der Schadstoffbelastungen. Meiner Einschätzung nach gibt es keine Bereiche in Kuppenheim oder Bischweier, die ganz verschont bleiben. Auch wenn man nichts riecht, die Schadstoffe sind trotzdem vorhanden.

Wenn wir in Kuppenheim und Bischweier wieder gesund leben wollen, kann sich die von Herrn Wein beschworene Zusammenarbeit nur darauf konzentrieren, Kronospan zu verhindern. Ein gesundheitsverträgliches Kronospan-Werk wird es in Bischweier - allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz - nicht geben.

 

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