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Leserbrief
von Horst Schulte, Bischweier
Badische Neueste Nachrichten vom 15.08.2001
Kronospans
Kalter Krieg
Bereits in früheren Gesprächen mit Mitgliedern von Bürgerinitiativen
an anderen Kronospan - Standorten erfuhr ich, dass diese Firma ihre Kritiker
gern mit Straf- und Schadensersatzandrohungen mundtot zu machen suche. So
sollen, dem Vernehmen nach, bereits auch Bürgermeister und Gemeinderat
von Bischweier mit der Möglichkeit einer Schadensersatzforderung konfrontiert
worden sein, ebenso wie Beamte des Umweltamtes Rastatt.
Nun also auch:
Straf- und Schadensersatzandrohung gegen die Bürgerinitiave SLiM. Nun
ist die SLiM nicht etwa ein Konkurrenzunternehmen, das sich mit Kronospan
um den gleichen Standort rangelt, sondern eine Vereinigung von Bürgern,
die ihre verfassungsmäßigen Rechte wahrnehmen und nicht von Gewinnstreben
und Konkurrenzdenken, sondern nur von der Sorge um ihre Gesundheit, um saubere
Luft, Wohnwert und Lebensqualität in ihrer Heimatgemeinde angetrieben
werden.
Kronospan
vertuscht - SLiM klärt auf
Die erste Aufgabe einer solchen Bürgerinitiative besteht darin, Informationen
über das mögliche Gefährdungspotential angesichts einer geplanten
Verdreifachung zu gewinnen. Ausführliches und nachprüfbares Zahlenmaterial
dazu hat Kronospan bisher nicht offengelegt. Also musste sich die SLiM an
das halten, was ihr vorliegt: Antrag und Erweiterungsgenehmigung von 1996.
Dass sie diese Zahlen nicht versteckt, sondern veröffentlicht, um Mitstreiter
zu gewinnen, liegt in der Natur der Sache. Nun wäre es für Kronospan
ein leichtes gewesen, solche Zahlen, wenn sie denn falsch wären, zu korrigieren
und eigene nachprüfbare Werte vorzulegen. Statt dessen wurden Zahlen
über Staub, Kohlenmonoxid, Stickoxide und Dioxin vorgelegt, die nicht
nur nicht nachprüfbar, sondern hinsichtlich des zugrundegelegten Abgasvolumens
so widersprüchlich sind, daß sie ernsthafte Zweifel an der Seriosität
dieser Informationen aufkommen lassen könnten.
Kronospan
zeigt ihr wahres Gesicht
Die Attacke von
Kronospan gegenüber einer Bürgerinitiative offenbart die ganze Kaltschnäuzigkeit
eines weltweit operierenden Unternehmens, das vorgibt, Einvernehmen mit der
Bevölkerung zu suchen, aber in Wirklichkeit Unterwerfung unter seine
wirtschaftlichen Interessen zu erzwingen versucht. Kronospan hat den Kalten
Krieg erklärt; ob das für die gut ausgeht? Ich jedenfalls werde
meine kleinste, aber nicht minder scharfe Waffe einsetzen und jedesmal, wenn
ich Spanplatten oder Laminatböden zu kaufen habe, streng darauf achten,
ob "Kronospan" draufsteht.
Horst Schulte
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