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Gruber+Weber / Kronospan > Leserbriefe > Horst Schulte

Offener Brief von Horst Schulte an Bürgermeister Wein (nicht im KE veröffentlicht)
Antwort auf den Leserbrief von Bürgermeister Robert Wein im KE 24/01

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

ich lese in Ihrem Brief an die Bürgerinnen und Bürger von Bischweier mit Interesse, dass Sie stolz darauf sind, Nachfolger unseres Altbürgermeisters Josef Schiel zu sein.

Josef Schiel war in der Tat ein guter Bürgermeister: er hielt sich nie für den Herrgott, und er wusste, dass die Bürger ihn in dieses Amt geschickt hatten, damit er die Rolle des Ersten Bürgers der Gemeinde in aller Bescheidenheit und Demut nach bestem Wissen und Gewissen ausübt. Unfehlbarkeit und Immunität gegen Kritik nahm er nie für sich in Anspruch. Auch seine Rede - wenn auch gelegentlich ungeschliffen - war immer kurz, direkt, zur Sache. Inflatorischer Missbrauch der Sprache war ihm ebenso fremd wie Konfusion in der Darstellung von Zusammenhängen.

Seine Sitzungsvorlagen waren immer prägnant, konzentriert auf das Wesentliche. Kein Gemeinderat benötigte viel mehr als ein, zwei Stunden, um zu wissen, was in der nächsten Sitzung auf ihn zu kam. Klagen über zu viel Arbeit oder Hinweise darauf, mit welch hohem persönlichen Einsatz und Zeitaufwand er belastet sei, waren von ihm nie zu hören.

Wenn ihm was nicht passte, wurden Einwände oder Vorschläge mit großem Poltern kurzerhand abgetan - damit war die Sache für ihn erledigt. Umgekehrt verlief es, wenn er Einwände oder Vorschläge für begründet hielt. Leistungen anderer hat er nie madig gemacht und schon gar nicht anderer Urheberrecht für sich in Anspruch genommen. Undenkbar auch, dass er jemals Gerüchte oder boshafte, ja bösartige Andeutungen über Mitbürger in die Welt gesetzt hätte; für Hinterhältigkeit, ja, Hinterfotzigkeit war er einfach zu direkt.

Wenn Sie, sehr geehrter Herr Wein, sich an Josef Schiel messen lassen und ihm nacheifern wollen, wird dies für alle Bürger eine Freude sein.

Zur Sache selbst ist nur soviel zu sagen: Ihre seitenlange Prosa, gespickt mit persönlichen Anschuldigungen, Unterstellungen und Verdächtigungen, auf die ich wegen ihres fast schon pathologischen Charakters nicht näher eingehen möchte, ändert nichts an der folgenden Tatsache: der Gemeinderat hat unter Ihrer Führung am 18. Mai mehrheitlich beschlossen, den größtmöglichen Ausbau des Werkes mit WOHLWOLLEN zu unterstützen.

Die Firma Kronospan hat die Beschlüsse des Gemeinderates in der Presse ausdrücklich begrüßt und mitgeteilt, diese Beschlüsse seien eine wesentliche Voraussetzung für die Erweiterung und damit für die Übernahme des Werkes durch Kronospan.

Obwohl Sie seit dieser Gemeinderatssitzung bereits fast zehn Seiten im Kommunalecho geschrieben haben, war darüber noch kein Wort zu lesen.

Ich frage Sie: Warum nicht?

Horst Schulte am 18.06.2001

 

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