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Gruber+Weber / Kronospan > Leserbriefe > Dr. Uwe Rickers

Leserbrief von Dr. Uwe Rickers, Bischweier
Badische Neueste Nachrichten 03.08.2001

"Alle sollen ihre Kräfte bündeln"

Es ist unstrittig, dass im Falle einer Verwirklichung des Projektes Kronospan für die meisten Bürgerinnen und Bürger von Bischweier und seinen Nachbargemeinden neben besonderen gesundheitlichen auch ökonomische Risiken, wie zum Beispiel der Wertverlust von Immobilien, zu erwarten sind. Positive Auswirkungen für das Allgemeinwohl durch eine Ansiedlung von Kronospan wurden bisher öffentlich nicht benannt. Genehmigungsbehörde für das Projekt ist das Landratsamt.

Öffentliches Genehmigungsverfahren gefordert

Es darf nicht sein, dass eine Entscheidung von derartigem öffentlichen Interesse nur in einem einfachen Anzeigeverfahren, so wie es Kronospan fordert, getroffen wird. Kronospan fordert Abweichungen von der 1996 Gruber+Weber erteilten Genehmigung zur Betriebserweiterung. Ebenfalls haben sich der Stand der Technik und des Wissens seitdem weiterentwickelt. Für das Landratsamt Rastatt sollten dies Gründe genug sein, ein ordentliches Genehmigungsverfahren, und das als Öffentliches Verfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit, durchzuführen. Nur so kann die betroffene Bevölkerung aktiv und verantwortungsbewusst an der Gestaltung der eigenen Zukunft mitarbeiten.

Betroffene Bürger an Genehmigungsverfahren beteiligen

Es ist nun an der Zeit für die Bürgerinnen und Bürger von Bischweier und seinen Nachbargemeinden, dem Landrat und seiner unterstellten Behörde möglichst zahlreich und deutlich zu signalisieren, dass man so weit wie eben noch gesetzlich möglich an der Entscheidungsfindung beteiligt sein muss. Ebenso wichtig ist auch die massive und koordinierte Unterstützung der jeweiligen Lokalpolitiker, die sich für eine Zukunft ohne Kronospan einsetzen.

Faire Auseinandersetzung ohne persönliche Angriffe

Sämtliche politischen Diskussionen und Aktionen in dieser Angelegenheit haben jedoch sachlich und fair zu erfolgen. Persönliche Angriffe schaden hier mittelfristig sowohl dem sozialen Frieden in den betroffenen Gemeinden als auch der Sache. Es sollte daher nun der Moment gekommen sein, an dem verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger in den betroffenen Gemeinden ihre Fähigkeiten und Kräfte bündeln, um die Ansiedlung von Kronospan und die damit verbundenen Konsequenzen zu verhindern. Die hierzu notwendigen Schritte und das persönliche Engagement der Einzelnen werden auf keinen Fall umsonst sein: Entweder Kronospan gibt das Projekt auf oder kommt nach Bischweier. Spätestens dann wird nach den bereits veröffentlichten Erfahrungen von anderen Kronospan-Standorten vereinter Widerstand dringend notwendig sein; nur wäre in diesem Fall schon wertvolle Zeit verloren.

 

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