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Gruber+Weber / Kronospan > Leserbriefe > Antje Jung

Leserbrief von Antje Jung, Kuppenheim-Oberndorf
Badische Neueste Nachrichten vom 28.06.2001

Kann Kronospan wirklich im Spanplattenwerk Bischweier produzieren?

Kronospan hat seit drei Monaten nur Kosten und keine Einnahmen in Bischweier. Der angekündigte Beginn der Beschichtung wurde vom 1. Mai unbestimmt in den Herbst verschoben. Die von Gruber & Weber gekauften Genehmigungen zum Betrieb der maroden alten und einer neuen Presse mit mittlerer Kapazität sind für Kronospan wohl unwirtschaftlich.

Bevölkerung mit Zickzackkurs irreführen

Kronospan weiß jetzt, dass für eine wirtschaftliche Produktion zunächst mindestens eine neue große Presse notwendig ist. Dafür aber gibt es keine Genehmigung, sie ist auch beim Landratsamt nicht beantragt. Der Bevölkerung bietet sich ein Zickzackkurs: Anfänglich eine "rein privatrechtliche Angelegenheit", dann musste eine politische Willenserklärung der Gemeinde her. Zuerst die Drohung, bei Widerstand sei die Verhandlungstür zu, nun die Rede von "Möglichkeiten zwischen Variante 1 und Variante 2".

Wie sieht Kronospan die Zukunft des Werkes?: "Wir haben alles was wir brauchen, 24 ha reichen uns aus, an eine Erweiterung der Produktionsmenge über 545.000 t/Jahr hinaus sei nicht gedacht". Dennoch wurde ein Geländetausch aufgezeigt, für die Orientierung nach Norden. Interessant seien "Grundstücke entlang der B 462" um sich "nach Norden zu entwickeln". Der Bebauungsplan von 1983 spielt hierbei aber keine Rolle, weil er sich nicht auf die gewünschte Norderweiterung bezieht. Sieht so eine unumkehrbare Firmenübernahme aus?

Kronospan hat keine neuen Argumente. Es sieht weiter nach Abwarten und Pokern aus. Dabei ist eines klar: Bevor Kronospan Millionen in einen Standort investiert, muss aus deren Sicht alles stimmen:

  • Rechts- und Genehmigungssicherheit, auch für künftige Erweiterungen,
  • Unterstützung der Gemeinde und
  • Akzeptanz durch die Bewohner rund um das Werk.

Diese drei Voraussetzungen sind bisher nicht erfüllt und lassen sich auch gegen den entschiedenen Widerstand der betroffenen Bevölkerung nicht schaffen. Das Spanplattenwerk ist in der unmittelbaren Nähe zu reinen Wohngebieten unverträglich.

Bischweier muss sich weiter aktiv für saubere Atemluft und eine gesündere Umwelt für unsere Kinder einsetzen. Die Unterstützung aus Kuppenheim und Oberndorf ist gewiss.

 

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