Themen
Gruber+Weber
/ Kronospan > Leserbriefe > Gabriele Hoppenworth
Leserbrief
von Gabriele Hoppenworth, Kuppenheim
Kommunal-Echo vom 01.03.2001
Es
geht um unsere Zukunft...
Der bevorstehende (oder bereits vollzogene ?) Verkauf des Spanplattenwerkes
Gruber + Weber an die Firma Kronospan wird die schon seit 30 Jahren bestehenden
Probleme und die damit unvermeidbare Konfrontation mit den betroffenen Menschen
in der Region verschärfen.
Kronospan plant
eine "Modernisierung" des Werkes und die Erweiterung
der Produktion auf knapp das Dreifache der derzeitigen Kapazität.
Was
heißt bei Kronospan Modernisierung?
"Modernisierung"
heißt: Die bestehende Belegschaft wird entlassen; in einem Zeitraum
von ca. 15 Monaten werden alle Gebäude und veraltete Anlagen durch neue
ersetzt, so dass am Ende der Rationalisierungsmaßnahmen mit der Hälfte
der derzeitigen Arbeitskräfte "neu" begonnen werden kann.
Eine
ganze Region beklagt sich
"Modernisierung"
heißt, dass die bestehende "Nass-Elektro"-Filter-Anlage bestehen
bleibt, obwohl noch zu keinem Zeitpunkt nach der Sanierung die von der Firma
versprochenen Werte eingehalten wurden. Gerade in den letzten Monaten hatten
wir wieder stark unter Geruchsbelästigungen zu leiden; Klagen aus Oberweier,
aus Muggensturm, von der Stadtwaldstraße in Kuppenheim, aus Oberndorf
wurden nur deshalb nicht laut, weil von einer Schließung des Werkes
die Rede war.
Eine
Vervielfachung des Schadstoffausstoßes
"Modernisierung" heißt , nach Aussagen Kronospans,
eine Erhöhung der Geruchseinheiten. Im öffentlich-rechtlichen Vertrag
wurde der Bevölkerung ein Wert von 1.200 - nie eingehaltenen - Geruchseinheiten
versprochen, Kronospan veröffentlicht Zahlen von 2.000 - 3.000 Geruchseinheiten!
"Erweiterung"
heißt, dass ein Industriebetrieb, der heute aufgrund seiner unmittelbaren
Nähe zu einem Wohngebiet keine Genehmigung mehr erhalten würde,
künftig eine Gesamtfläche wie die von Oberndorf umfasst.
"Erweiterung" heißt, dass die Emissionen von Schadstoffen
weiterhin die Atemluft belasten, denen wie wirkungslos ausgesetzt sind.
Denn eines ist schon heute sicher: die von der der Bevölkerung geforderten
kontinuierlichen Messungen, Überprüfung des Werkes ohne vorzeitige
Ankündigung des TüVs, saubere Trennung von behandelten und nicht
behandelten Brennstoffen werden auch in Zukunft nicht möglich sein.
Eine
Gemeinde wehrt sich
Die Gemeinde Bischweier
steht vor einer großen Aufgabe. Als die Gemeinderäte vor über
30 Jahren das Gelände + Weber verkauften, glaubten sie in ihrer Unerfahrenheit,
dass Holz eben nur gut riechen kann; die heutigen Gemeinderäte wissen
von den Gefahren der giftigen gesundheitsschädigenden Emissionen
und werden sich somit vor künftigen Generationen zu verantworten haben.
Wir als Bürger haben lange genug die Belästigungen des Spanplattenwerkes
ertragen und die Minderung unserer Wohn- und Lebensqualität - zum Teil
voller Resignation - hingenommen.
Am 5. März
anlässlich der Bürgerversammlung in der Bischweierer Sporthalle
haben wir noch einmal Gelegenheit, unsere Meinung zu äußern, denn
es geht um uns und die Zukunft unserer Kinder!
|