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Leserbrief
von Ursula Freitag, Bischweier
Badische Neueste Nachrichten vom 22.02.2002
Müssen
Bewohner oder Werk gehen?
Zur jüngsten Sitzung des Umweltausschusses des Kreistages, der sich mit
Kronospan in Bischweier befasste, erhielten wir folgende Zuschrift:
Es ist unglaublich,
für wie dumm und naiv ich als Einwohnerin der Region von den zuständigen
Behörden - sprich Landratsamt und Gewerbeaufsichtsamt - gehalten werde!
Was nützen der Bevölkerung Lob und Streicheleinheiten, die sich
die Vertreter dieser Ämter -einschließlich Bürgermeister Wein
- gegenseitig spenden? Damit beweihräuchern sie sich nur selbst, ohne
ihrer Verantwortung gerecht zu werden, Schaden von Mensch und Natur abzuhalten.
Wer war zuerst
hier: die Einwohner Bischweiers oder das Spanplattenwerk? Müssen die
Bewohner wegziehen oder sollte nicht das Werk den Standort wechseln, weil
es die Dimensionen jetzt schon sprengt und beabsichtigt, sie rücksichtslos
noch weiter zu sprengen? Würde nur einer der Vertreter der Aufsichtsbehörden
hier wohnen, bliebe es uns garantiert erspart, in Zukunft mit Geruchsbelästigungen
leben zu müssen. Weder Herr Dr. Werner Hudelmaier, noch Herr Rüdiger
Braun, noch Herr Eckehard Ibach würden auf ihr Recht verzichten, an sonnigen
Wochenenden in ihrem Garten sitzen zu können, und zwar unbelästigt
von unangenehmen Gerüchen und undefinierbaren Gasen. Sehr schnell würden
dann realistische Kontrollmessungen veranlasst werden. Wie "zuverlässig"
die Prüfungen des TÜV sind, wissen wir spätestens seit dem
Skandal in Philippsburg.
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