Themen
Haushalt 2001
Nachtragshaushaltsberatung
2001:
Stellungnahme der SPD-Fraktion
Gewerbesteuer-Einbruch herber Schlag für städtische Finanzen
Die Ergebnisse des Nachtragshaushalts 2001 sind ein herber Schlag für
die Finanzplanungen der Stadt Kuppenheim. Besonders schmerzlich ist der Einbruch
in der Gewerbesteuer: Fast eine Million DM weniger stehen der Stadt nach Berücksichtigung
der Gewerbesteuerumlage zur Verfügung. Die "Lösung", 1,5
Mio der Kosten im Vermögenshaushalt für das neue Verwaltungsgebäude
auf das nächste Jahr zu veranschlagen, ist eine Verschiebung, die nur
auf dem Papier steht. Zwar stehen etwa 800 000 DM auch 2002 zur Verfügung,
weil wir der Rücklage statt, wie geplant, 1 Mio DM, nur 193 000 DM entnehmen.
Trotzdem werden wir im nächsten Jahr die fehlenden 700 000 DM aufbringen
müssen. Höchstwahrscheinlich wird das nur über eine höhere
Neuverschuldung geschehen können. Der Schuldenstand wird am Ende des
nächsten Jahres einen Rekordstand erreichen. Freuten wir uns bei der
Vorlage des Rechenschaftsberichtes 2000 vor zwei Wochen noch über einen
Schuldenstand unter 10 Mio, wird er schon am Ende des Jahres 11,25 Mio betragen.
Und ein großer Teil der Kosten (8 Mio DM) des Verwaltungsgebäudes
wird erst 2002 finanziell abgewickelt.
Positiv: Plus beim
Einkommensteueranteil und durch Grundstücksverkauf
Ein Hoffnungsschimmer
ist die Einnahmeentwicklung beim Einkommensteueranteil (323 000 DM Plus),
während sich die hohen Sterbefallzahlen im Jahr 2000 negativ auf das
Ergebnis der Schlüsselzuweisungen ausgewirkt haben. Zum großen
Glück konnte die Stadt noch ein großes Grundstück verkaufen,
so dass der Ansatz für Verkaufserlöse aus Grundstücken um 370
000 DM auf über eine Million erhöht werden konnte.
Einsatz
von Solarenergie im Cuppamare überlegenswert
Die Mehrausgaben
bei den Bewirtschaftungskosten für das Cuppamare haben sich deutlich
erhöht (160000 DM), vor allem, weil sich der Gaspreis fast verdoppelt
hat. Für uns ist das ein Grund mehr, Überlegungen anzustellen, um
vom alleinigen Energieträger Gas im Cuppamare wegzukommen. Gemeinderat
und Verwaltung sollten die Möglichkeit des Einsatzes von Solarenergie
im und um das Schwimmbad überprüfen. Wenn sich der Einsatz von Solarenergie
momentan auch noch nicht rechnet, so sollten wir doch die deutlich instabiler
gewordene Weltlage in die Überlegungen einbeziehen. Wer kann garantieren,
dass das Öl nicht wieder als politische Waffe gegen den Westen eingesetzt
wird und dass Öl und, daran gekoppelt, Gas deutlich teurer werden wird.
Erfreulich:
Arbeitslose Menschen im Rahmen von ABM-Maßnahmen beschäftigt
Positiv bewerten
wir, dass verstärkt arbeitslose Menschen im Rahmen von ABM-Maßnahmen
bei der Stadt beschäftigt wurden. Da der Personalbestand des Bauhofes
sehr klein ist und der Bauhof logischerweise weniger für die Pflege der
Grünanlagen und die Sauberkeit in der Stadt tun kann, ist der Einsatz
von ABM-Kräften der richtige Weg. Zudem konnten noch fast 100 000 DM
an ABM-Einsätzen auf der Habenseite verbucht werden.
Beim Forst können
wir in diesem Jahr wahrscheinlich letztmalig ein Plus schreiben. In den nächsten
Jahren werden wir auch in diesem Bereich kräftig zuschießen müssen.
Trotz großer
Belastung durch Rathausneubau kleine Investitionen realisiert: Radweg, Kinderspielplatz,
Hartplatz
Bei der Durchsicht
des Vermögenshaushaltes haben wir die Investitionen, die in dem ursprünglichen
Haushaltsplan vorgesehen waren, beleuchtet. Neben der großen Summe für
das Verwaltungsgebäude waren noch einige kleinere Investitionen vorgesehen.
Erfreulich für uns, dass wir die von der SPD-Fraktion beantragten 50
000 DM für die Verbesserung der Radwege schultern konnten. Der Radweg
nach Rauental ist für die nächste Radlersaison gerüstet. Saniert
wird der Kinderspielplatz bei der Sonnhalde (20000 DM), ebenso der Hartplatz
im Sport- und Freizeitzentrum (80 000 DM im Verwaltungshaushalt).
Investitionsmaßnahmen
besser zeitlich planen
Kritisch sehen wir den Zeitpunkt. Bei allen drei war es nicht sehr sinnvoll,
die Realisierung im Herbst in Angriff zu nehmen. Wir wissen natürlich,
dass die Verwaltung durch den Rathaus-Neubau einer großen Arbeitsbelastung
ausgesetzt war und ist. Für die Zukunft wünschen wir uns aber ,
dass auch die Maßnahmen, die auf Wunsch des Gemeinderats in den Haushalt
eingestellt wurden, zügig und zu günstigeren Zeitpunkten als in
diesem Jahr realisiert werden.
135 000 DM sind für die Bahnhofsgestaltung investiert, 60 000 DM für
die Kanalisation Frühgarten. 80 000 DM waren vorgesehen für die
Freilegung des Schaueble-Areals. Wir fragten uns in der Fraktion, ob das vergessen
wurde oder doch noch in diesem Jahr realisiert werden soll.
Der Ansatz für
das elektronische Grundbuch in Höhe von 35 000 DM wurde herausgenommen.
Nach unseren Informationen ist die Software für diesen Bereich noch nicht
ausgereift.
Investitionsstau
droht für nächste Haushaltsjahre
Zusammenfassend
lässt sich sagen: Dieser gegenüber der Urfassung um etwa 2 Mio DM
reduzierte Haushaltsansatz (26065000 DM) deutet auf ein sehr schweres Haushaltsjahr
2002 hin und auf schwierige Haushaltsjahre 2003 und 2004. Es scheint sich
meine persönliche Befürchtung zu bewahrheiten, dass wir durch den
Rathaus-Neubau entweder einen Investitionsstau auf Jahre hinaus bekommen werden
oder, um notwendige Maßnahmen (Schulhausanbau, Kanalisation) finanzieren
zu können, die Verschuldung deutlich erhöhen müssen.
Unser Dank gilt
Herrn Hettler und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Erstellung
des Nachtraghaushaltsplanes.
Die SPD-Fraktion stimmt dem Nachtragshaushalt in der vorgelegten Form zu.
Für die SPD-Fraktion:
Edwin Bohe
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