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Haushalt 2001
SPD
stimmt Haushalt 2001 zu
Haushaltsrede des SPD-Fraktionsvorsitzenden Edwin Bohe
Finanzieller Spielraum durch Neubau des Verwaltungsgebäudes
stark eingeschränkt
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Das
neue Rathaus wächst, wird täglich größer
- der finanzielle Spielraum der Gemeinde kleiner. So kann man
die Gesamtlage des städtischen Haushalts im Jahr 2001 und
in den Folgejahren darstellen. Ein Großteil (8,44 Mio) der
veranschlagten 12,6 Mio wird in diesem Jahr verausgabt werden,
5 Mio sind 2001 veranschlagt, 3,44 Mio DM stehen als Haushaltsreste
von 2000 zur Verfügung. Leider können wir dem Vermögenshaushalt
nur magere 1 237 000 DM zuführen. Aufgrund dieser finanziellen
Bedingungen ist eine Kreditaufnahme in Höhe von 1 396 000
DM notwendig, 1 Mio DM muss der allgemeinen Rücklage entnommen
werden, was zur Folge hat, dass "die städtische Sparbüchse"
fast leer ist. Mit 434 000 DM verbleibender Rücklage liegen
wir nur knapp über dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbetrag.
Der Schuldenstand steigt auf 11 255 000 DM, die Pro-Kopf-Verschuldung
von 1307 DM auf 1474 DM pro Einwohner. Die Schulden sollen nach
ihren Worten, Herr Trauthwein, so schnell wie möglich verringert
werden. Ein wichtiger finanzieller Baustein ist die Veräußerung
des Schaeuble-Areals. Wir fordern die Verwaltung auf, so schnell
wie möglich, einen Bebauungsplan zu erstellen, damit das
Gelände sofort nach dem Umzug der Verwaltung verkauft werden
kann.
Kreisumlage
muss gesenkt werden
Im
Einzelplan 9 finden sich die wesentlichen Einnahmen und Ausgaben
eines städtischen Haushaltes. Wesentliche Einnahmen sind
der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer (5,477 Mio), die Schlüsselzuweisungen
(2,670 Mio) und die Gewerbesteuer (2,7 Mio).Wir halten es für
richtig, dass diese Einnahme vorsichtig geschätzt wurde.
Zu einem riesigen Ausgabeposten ist die Kreisumlage geworden.
3,236 Mio DM überweisen wir an den Kreis. Wir fordern den
Kreistag auf, den Hebesatz deutlich zu senken, sich von Großprojekten
zu verabschieden und sparsam zu wirtschaften.
Erwiderung
auf die Äußerungen des CDU-Fraktionsvorsitzenden
Was
Ihre Äußerungen angeht, Herr Hlubek, so müssen
einige Dinge richtig gestellt werden. Richtig ist, dass die Gewerbesteuerumlage
von der Bundesregierung von 83 auf 93 Punkte angehoben wird. Diese
Erhöhung muss aber im Gesamtrahmen gesehen werden. Sowohl
Einkommensteuerzahler als auch Unternehmen müssen weniger
Steuern bezahlen. Weniger Steuern erhöhen die Einkommen der
Steuerpflichtigen und die Gewinne der Unternehmen, was wiederum
die Kaufkraft der privaten Haushalte und die Investitionskraft
der Unternehmen erhöht. Höhere Gewinne bedeuten höhere
Gewerbesteuereinnahmen, was wiederum den Gemeindehaushalten zugute
kommt.
Auch die kommunalen Spitzenverbände haben die Steuersenkungspläne
der Bundesregierung ausdrücklich begrüßt und die
Bereitschaft unterstrichen, sich wie Bund und Länder an der
Nettoentlastung der Unternehmen zu beteiligen.
Im Übrigen wollte die CDU/CSU eine doppelt so hohe Entlastung.
Wäre das nur vom Bund getragen worden, frage ich. Nein! In
dem Konzept der CDU/CSU war eine Senkung der Gewerbesteuer-Messzahlen
um 20 % vorgesehen, was Städte und Gemeinden noch viel härter
getroffen hätte. Die FDP plädiert sogar für eine
völlige Abschaffung der Gewerbesteuer.
Nicht
vergessen werden sollte, dass die alte Bundesregierung die Gewerbesteuerumlage
von 53 auf 83 Prozent (!) erhöht hat. Nicht vergessen sollte
man auch, dass die Landesregierung
im Jahre 1997 die Finanzausgleichsumlage zugunsten des Landes
erhöht hat. Statt 20 % muss die Stadt Kuppenheim in diesem
Jahr 20,99 % der Steuerkraftsumme
an das Land abführen. In diesem Jahr sind das 110 000 DM
mehr.
Schmuckkästchen
Cuppamare weiterhin pflegen
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Der
große finanzielle Kraftakt im letzten Jahr bezüglich
des Cuppamares hat sich gelohnt: Unser Schwimmbad ist ein "Schmuckkästchen"
geworden, auf das wir alle stolz sein können. Auch in diesem
Jahr investieren wir weitere 220 000 DM. Der Besuch ist gut. Bei
einem guten Sommer können wir die veranschlagten 630 000
DM an Benutzungsgebühren übertreffen. Wir fordern die
Kuppenheimer Bürger auf: Tragen Sie dazu bei, das Defizit
des Bades zu verringern! Besuchen Sie das Cuppamare! Trotzdem
muss Verwaltung, Badpersonal und Cuppamare-Beirat auch nach der
Wiedereröffnung aktiv bleiben. Der Ausschuss sollte noch
vor Eröffnung der Sommersaison einberufen werden. Beispielsweise
sollten Überlegungen über die Nutzung von Sonnenenergie
im Bereich des Cuppamare angestellt werden.
Ja
zur Stadtbahn: Kuppenheims Wohnwert wird gestärkt
Die
Stadtbahn wird den Wohnwert der Gemeinde weiterhin erhöhen.
Deswegen stehen wir ausdrücklich zu den Zuschüssen für
den ÖPNV. Allerdings muss angemerkt werden, dass wir die
Kosten für die Elektrifizierung über einen Kredit des
Nachbarschaftsverbandes in Höhe von 300 000 DM abwickeln.
In diesem Zusammenhang sollten die Planungen für den Platz
beim Kriegerdenkmal nicht vergessen werden.
269
000 DM an Investitionen in Oberndorf
Nachdem
im letzten Jahr 132 000 DM für das Rathaus in Oberndorf nicht
verausgabt wurden, stehen sie in diesem Jahr als Haushaltsrest
zur Verfügung. Die mit diesen Geldern vorgesehene Innensanierung
(Treppe, Toilette) sollte dringend verwirklicht werden. Ein Mannschaftstransportwagen
kommt der gut funktionierenden Feuerwehr-Abteilung in Oberndorf
zugute.
Keine Gelder sind für den Kreisel beim Einkaufszentrum vorgesehen.
Die Umsetzung der Planung des Kreisels sollte vorangetrieben werden.
Gespräche mit den Betreibern des E-Centers über den
Geländeverkauf für Parkplätze sind dringend notwendig,
um die Finanzierung des Kreisels zu ermöglichen.
Was die Hauptstraße Oberndorf angeht, sollten Sie, Herr
Trauthwein, eine Bürgerinformation durchführen. Die
Leute müssen wissen, was auf sie zukommt, auch wenn in diesem
Jahr keine Gelder für die Hauptstraße eingestellt sind.
Positiv:
Hartplatz wird saniert, 50 000 DM für Radwege
Es
liegt auf der Hand, dass die Stadt sich in diesem Jahr keine weiteren
"großen Sprünge" leisten kann. Positiv sehen
wir, dass trotz der angespannten Finanzlage eine Generalüberholung
des Hartplatzes (85 000 DM) für dieses Jahr eingeplant ist,
was dringend notwendig ist. Es sollte überprüft werden,
ob eine Teilsanierung möglich wäre (vor Toren, in einigen
anderen Teilbereichen).
Ein Punkt, für den wir uns in unserer Fraktion schon jahrelang
einsetzen, sind die Radwege, die sich in Kuppenheim in einem sehr
schlechten Zustand befinden. Wir freuen uns sehr, dass der GR
unseren Antrag, 50 000 DM in den Haushalt einzustellen, mit einer
knappen Mehrheit bewilligt hat. Wir fordern die Verwaltung auf,
das Thema baldmöglichst einzubringen, um zu entscheiden,
wohin die Mittel in diesem Jahr fließen. Wir wünschen
uns auch, dass in der Verwaltung mehr Herz für die Radfahrer
und deren Belange aufgebracht wird.
Wenig
vorausschauend: Antrag für Planungen für Flachdachsanierungen
abgelehnt
Das
nördliche Gebäude und die Sporthalle der Favoriteschule
besitzen noch Flachdächer. Früher oder später werden
diese Flachdächer saniert werden müssen. Wir haben beantragt,
schubladenfertige Pläne zu erstellen, um für den Eventualfall,
wenn ein Schaden eintritt, gewappnet zu sein. Mit seiner Mehrheit
hat dies der GR abgelehnt. Wenn nun ein Wasserschaden eintritt,
hätte dies zur Folge, dass die Bausubstanz stark geschädigt
und höhere Kosten entstehen, dass möglicherweise in
diesen Räumen und in der Sporthalle monatelang kein Unterricht
durchgeführt werden könnte und dass die Sportvereine
ebenfalls monatelang keine Übungsstunden durchführen
könnten. Diese 20 000 DM an Planungskosten muss die Stadt
irgendwann sowieso aufbringen.
Favoriteschule:
Anbau, wenn Finanzierungszusage kommt
Wir
möchten nochmals daran erinnern, dass Sie; Herr Trauthwein,
versprochen haben, mit dem Anbau der Favoriteschule nach Eintreffen
der Finanzierungszusage von Seiten des Landes zu beginnen.
Jugendliche
nicht vergessen
Erfreulich
ist, dass die Stadt Kuppenheim in diesem Jahr zwei Auszubildende
einstellt, erfreulich auch, dass wir auch in diesem Jahr im Rahmen
der Jugendhilfe Vereine und Verbände wiederum mit 10 000
DM unterstützen und auch Kuppenheimer Schüler bei Landschulheimaufenthalten.
Wir haben beantragt, in den Sommerferien Kuppenheimer Schülern
Ferienjobs anzubieten. Einsatzmöglichkeiten sehen wir im
Cuppamare, zur Unterstützung des Bauhofs in Grünanlagen
oder bei der Mithilfe beim Großputz in Schulen.
Wir bedauern, dass in diesem Jahr praktisch kein Geld für
die Skateranlage zur Verfügung gestellt wird. Die Jugendlichen
haben sich bereit erklärt mitzuhelfen: Am Mittwoch ist ein
Arbeitseinsatz auf freiwilliger Basis bei der Anlage geplant.
Ich persönlich hoffe auf rege Beteiligung. Ein Jugendtreff
sollte nicht aus den Augen verloren werden.
Kleine
Aufgaben werden erledigt
Positiv
sehen wir auch, dass zwei Wegkreuze in Ob. bzw. Kuppenheim mit
einem Aufwand von 8 000 DM saniert werden sollen, dass 20 000
DM für die Überholung des Spielplatzes in den Weingärten
eingestellt wurden. Vergessen werden sollten auch nicht die vielen
landwirtschaftlichen
Wege auf unserer Gemarkung. Viele sind in einem schlechten Zustand.
Unser
Dank gilt Herrn Hettler und seinen Mitstreitern für die übersichtliche
Darstellung des Haushaltsplanes, den integrierten Graphiken und
Erläuterungen und für sein stetes Bemühen, weitere
Einsparmöglichkeiten zu suchen.
Wir
von der SPD-Fraktion stimmen dem Haushalt in der vorgelegten Fassung
zu.
Edwin
Bohe, SPD-Fraktionsvorsitzender
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